TRUST-GRUPPE ADVENTSKALENDER 2014 – “GIBT ES EINEN WEIHNACHTSMANN?”

Am 5. Dezember 2014, in Magazine, von Dr. h.c. Manuela Lindl

Beruht auf einer wahren Begebenheit!

Weihnachts-Brief "Gibt es einen Weihnachtsmann?" [im englischen Original "Is There a Santa Claus?"] Vor über 110 Jahren schrieb die achtjährige Virginia O'Hanlon aus New York an die Tageszeitung 'New York Sun' folgenden Brief …

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"Liebe Sun Redaktion,

ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der "Sun" steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Virginia O'Hanlon"

… der in der Ausgabe vom 21. September 1897 in der Zeitung 'New York Sun' erschienen ist. Die Sache war dem Chefredakteur Francis P. Church so wichtig, dass er selbst antwortete und das auf der Titelseite der 'New York Sun'.

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"Liebe Virginia,

Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Staubkorn. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie Liebe, Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, ist unser Leben schön und heiter. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie, gar nichts, was das Leben erst lebenswert macht. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, würde verloschen. Es gibt einen Weihnachtsmann. Sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.

Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heilig Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.

All an die Wunder zu denken, geschweige sie zu sehen, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst. Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter.

Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube, Poesie und Liebe können ihn lüften. Erst dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein.

'Ist das denn auch wahr?' kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist beständiger. Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia

Dein Francis P. Church"

Journalist und Verleger
Der Briefwechsel zwischen Virginia O'Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert bis zur Einstellung der 'Sun' 1950 in USA, alle Jahre zur Weihnachtszeit auf der Titelseite abgedruckt.

Francis Pharcellus Church, geboren am 22. Februar 1839 in Rochester, New York – gestorben am 11. April 1906 in New York City, war ein US-amerikanischer Verleger und Redakteur. Als Journalist beantwortete er die heikle Frage der Leserzuschriften wie den von Virginia O’Hanlon zur Existenz von Santa Claus so überzeugend, dass die Antwort heute noch weltweit nachgedruckt wird.

Regelmäßig, jedes Jahr werden Virginias Brief und die Antwort Churchs in einer Zeremonie an seiner Alma mater, dem Columbia College of Columbia University, gelesen.

"Das ist das Wunder der Heiligen Nacht, dass in die Dunkelheit der Erde die helle Sonne scheint!"Friedrich von Bodelschwingh, dt. Geistlicher
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